U16 weiblich holt verdient DM Bronze

Ein Wochenende mit Licht und Schatten beendete der TSV Gärtringen bei der deutschen Meisterschaft der weiblichen U16 in Kellinghusen mit dem verdienten Gewinner der Bronzemedaille und stand somit wie bereits vor 14 Tagen wieder auf dem Treppchen bei der Siegerehrung.

TSV U16 Mädels mit der Gastgebermannschaft vom VfL KellinghusenTSV U16 Mädels mit der Gastgebermannschaft vom VfL KellinghusenBereits am Freitagmorgen begann der TSV-Tross seine Reise ins 750 km entfernte Kellinghusen, nördlich von Hamburg, mit dem Ziel, wiederum eine Medaille mit nach Hause zu nehmen.

Als letztes Team startete der TSV am Samstag ins Turnier und hatten in seinen beiden Auftaktbegegnungen gegen den ostdeutschen Meister ESV Schwerin (11:2; 11:7) und den Vizemeister aus dem Westen den TV Weisel (11:4;11:2) wenig Mühe, um zu zwei sicheren Siegen zu kommen und so schon früh das Erreichen der Zwischenrunde zu sichern. Um aber den Gruppensieg zu schaffen, standen noch zwei schwere Spiele nach einer längeren Pause auf dem Programm. Der ausrichtende VFL Kellinghusen verlangte den Blau-Weißen im ersten Satz alles ab und spielte konsequent Hauptangreiferin Kim Niemann an und so hatte die TSV-Fünf Mühe zu ihrem druckvollen Spiel zu finden. Kellinghusen wehrte den Satzball des TSV beim Stand von 10:9 ab und holte sich den Auftaktsatz mit 10:12 denkbar knapp. Im zweiten Satz spielte der TSV dann auch auf der Zweitschlagposition wesentlich konsequenter und so kam das Gäuteam zu einem deutlichen 11:3-Satzgewinn und somit zu einer 1:1-Punkteteilung. Garant für den Erfolg war die starke Abwehrleistung von Sara Grözinger und Sarah Burkhardt, die nichts anbrennen ließen. Somit war vor dem letzten Gruppenspiel die Ausgangslage klar: Gärtringen brauchte einen Sieg gegen den Wardenburger TV zum Gruppensieg und dem Gegner reichte bereits ein Unentschieden. Gärtringen kam von Beginn an besser ins Spiel und holte sich den Auftaktsatz nach 5:5-Zwischenstand sicher mit 11:6. Und auch im zweiten Satz sah, nach dem anfänglichen 0:3-Rückstand, beim Stand von 7:3 für den TSV alles nach dem Gruppensieg aus.  Danach aber fand der TSV-Angriff keine Lücke mehr in der starken Defensivreihe des Gegners und die groß gewachsene Angreiferin des Gegners machte Punkt um Punkt und so kam der Gegner noch zu einem 9:11-Erfolg und sicherte sich so den direkten Halbfinaleinzug.

Somit musste der TSV am Sonntagmorgen den Umweg über das Viertelfinale gehen, um ins Halbfinale einzuziehen und traf dort auf den alten Bekannten TSV Calw. Nach nervösem Beginn auf Gärtringer Seite setzten sich die Hessestädterinnen immer mehr ab und führten bereits mit 5:9, ehe das Gäuteam ins Spiel fand und mit beeindruckender Moral sechs Punkte in Folge machte zum 11:9-Satzgewinn. Beim Stand von 4:0 im zweiten Satz nahm der gegnerische Trainer eine frühe Auszeit und auf Gärtringer Seite wurde nicht mehr so zwingend gearbeitet wie zuvor, zu groß war der selbst auferlegte Druck ins Halbfinale einziehen zu wollen. Calw zog auf und davon bis zum 6:10 und mehr als Ergebniskosmetik war beim 9:11 nicht mehr drin. Somit musste der dritte Satz die Entscheidung bringen. Bis zum 5:6 war alles offen und plötzlich kam auch wieder das starke Zuspiel von Ann-Kathrin Motteler zum Zug und so kam das Team zum verdienten 11:8 nach hartem Kampf gegen den Dauerrivalen. Matchwinnerin war in diesem Spiel sicherlich Nele Holocher auf der vorne rechts Position, die die gut gespielten Angriffe der gegnerischen Angreiferin immer wieder entschärfte.

Im Halbfinale traf die Niemann-Truppe dann auf den großen Favoriten und Dauermeister TV Jahn Schneverdingen. Im ersten Satz entwickelte sich von Beginn an ein hochklassiges Spiel, bei dem sich vor allem die beiden Hauptangreiferinnen des Turniers und Nationalmannschaftskolleginnen Helle Großmann auf Seiten des TV Jahn und Kim Niemann ein tolles Duell lieferten. Keines der beiden Teams konnte sich entscheidend absetzen und beim Stand von 10:9 hatte der TSV die große Chance zum Satzgewinn, aber ein Preller an der Leine ging knapp ins Seitenaus. Schneverdingen nutzte hingegen gleich seine erste Chance zum knappen 10:12-Satzgewinn. Zu Beginn des zweiten Satzes kam der Gegner dann zu leichteren Punkten, da man dem Satzverlust noch nachtrauerte und so kam der Gegner zum sicheren 5:11 und somit Finaleinzug. Betreuer Olaf Niemann trauerte danach auch dem vergebenen Satzball nach: „Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn wir hier den Sack zu gemacht hätten. Zumindest waren wir das einzige Team, das die Heidschnucken am Wochenende überhaupt in die Satzverlängerung gezwungen haben“.

Im Spiel um Platz drei traf der TSV somit wiederum auf den VFL Kellinghusen, wobei man sich dieses Mal besser auf die Spielweise des Gegners eingestellt hatte und in der Abwehrreihe mit Marie Kleiter begann und so über 5:3 und 7:4 in Führung ging. Der Gastgeber konnte zwar nochmals ausgleichen, aber Gärtringen verwandelte die nächsten Punkte mit einer Mischung aus Rollbällen und druckvollen Angriffen zum knappen 11:9. Eine Schrecksekunde musste der TSV dann zu Beginn des zweiten Satzes verkraften, als Hauptangreiferin Kim Niemann  unglücklich ausrutschte. Nach einer Auszeit ging es aber erstmals weiter. Kellinghusen führte mehrfach und hatte beim Stand von 9:10 Satzball zum Satzausgleich, Gärtringen aber konterte mit einem Ass und holte sich nach dem dritten Matchball den Satzgewinn mit 14:12 und konnte so die zweite Bronzemedaille innerhalb von 14 Tagen bejubeln. Trainerin Uli  Niemann war dann auch von der Teamleistung begeistert: „Wenn man bedenkt, dass wir mit drei Spielerinnen die erst dreizehn Jahre alt sind agiert haben, unter denen wir munter durchgewechselt haben, ist die Platzierung noch höher einzustufen. Mit ein bisschen Glück am Samstag hätten wir auch den Gruppensieg schaffen können und dann wäre auch der Finaleinzug drin gewesen, aber wir sind auch so sehr zufrieden.“

Bei der Stimmungsvollen Heimreise machte das Innenband der Hauptangreiferin dann immer mehr Probleme, so dass ein Arztbesuch am Montag erst für Entwarnung sorgte, als eine Bänderdehnung diagnostiziert wurde und so vermutlich dem Nationallehrgang Ende April nichts im Wege steht.

Abschlusstabelle:

Bei der Siegerehrung: NationalhymneBei der Siegerehrung: Nationalhymne

1. TV Jahn Schneverdingen
2. Wardenburger TV
3. TSV Gärtringen
4. VfL Kellinghusen
5. TSV Calw
6. SV Düdenbüttel
7. TV 1865 Waibstadt
8. ESV Schwerin
9. Güstrower SC 09
10. TV Weisel