Frauen des TSV Gärtringen steigen in 2.Bundesliga auf

Nach drei Jahren Abstinenz sind die Damen des TSV Gärtringen auch im Feld wieder in der Bundesliga vertreten, auch wenn die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga dem Team zum Saisonende noch einmal alles abverlangten.

Bei der ersten Begegnung am Samstag standen sich mit dem SV Tannheim und SV Wacker Burghausen der bayrische Meister und Vizemeister gegenüber. Die Gärtringer Damen konnten ihre Gegner dabei gleich über die volle Distanz von 5 Sätzen beobachten, mit dem besseren Ende für die junge Mannschaft des SV Wacker Burghausen (2:3).

Mit Durchgang Zwei griffen dann die beiden schwäbischen Vertreter ins Geschehen ein. Mit dem TSV Ötisheim traf der TSV Gärtringen dabei auf einen altbekannten Gegner, den man in der vergangenen Saison zwei Mal besiegen konnte. Wie immer mit leichten Startschwierigkeiten starteten die Gärtringerinnen ins Spiel. Nach den ersten Spielzügen konnte man bei 5:5 ausgleichen und hielt den Satz bis zum 9:9 offen, bevor sich der Gegner die letzten beiden entscheidenden Punkte zum 9:11 sichern konnte.

Nach dem Seitenwechsel war die Marschrute klar – dieses Spiel sollte nicht verloren gehen wenn man sich den Aufstieg sichern wollte – und so gab man nach den ersten ausgeglichenen Spielzügen zum 4:4 den Satz über 8:6 bis zum 11:7 nicht mehr aus der Hand. Und auch der dritte Satz zeichnete sich bis zum 5:5 durch ein zunächst ausgeglichenes Punktekonto aus, bevor man durch die langjährige Bundesliga-Routine zügig punkten konnte und den Satz erfolgreich mit 11:7 beendete. Der vierte Satz sollte dann die Entscheidung bringen – jedoch zeigten die Ötisheimerinnen nun ihren bekannten Kampfwillen. Schnell lag man 4:7 hinten. Die Gärtringerinnen kämpften sich aber mit tollen Abwehraktionen zurück in den Satz und konnten beim 8:8 ausgleichen – damit war der Gegner endgültig gebrochen und lieferte bei den letzten Spielzügen bis zum 11:9 keine große Gegenwehr mehr. Spiel eins der Aufstiegsspiele konnte damit als Plicht-Routine-Sieg gegen den eigenen Ligakonkurrenten gewertet werden. Im Folgenden sollten dann größerer Aufgaben warten.

Im anschließenden Spiel ließ der bayrische Meister dem TSV Ötisheim keine Chance. Völlig von der Rolle machte der zweite der Schwabenliga keine gute Figur und musste das Spiel überraschend ohne Satzgewinn 3:0 an Tannheim abgeben.

Mit dem zweiten Sieg im Spiel des TSV Gärtringen gegen den bayrischen Vizemeister Wacker Burghausen sollte der Aufstieg gesichert werden – aber durch die Darbietung zwischen dem SV Tannheim und dem SV Wacker Burghausen war man gewarnt. Der erste Satz gegen den unbekannten bayrischen Gegner, gegen den man auch in den vergangenen Jahren keine Begegnung verzeichnen konnte, gestaltete sich zunächst ausgeglichen. Über 5:5 und 7:7 konnte sich keine Mannschaft absetzen, bevor die Damen aus Bayern einen Zahn zulegten, während sich bei den Gärtringerinnen Eigenfehler einschlichen und der Anschluss damit nicht gehalten werden konnten. Der erste Satz ging dadurch aus Gärtringer Sicht mit 8:11 an Wacker Burghausen. Im zweiten Satz kam man deutlich besser ins Spiel und konnte sich mit tollen Spielzügen, die in druckvollen Angriffen endeten, den Satz mit 11:9 sichern. Im Folgenden zeigten beide Mannschaften ein hochklassiges Spiel mit tollen Abwehraktionen nach anspruchsvollen Angriffen - leider mit dem jeweils besseren Ende für die Damen aus Wacker Burghausen zum 9:11 und 7:11. Am Ende musste man der jungen Mannschaft aus Bayern Tribut zollen – man konnte die gut aufeinander eingespielte Mannschaft letzten Endes nicht bezwingen, da man in den entscheidenden Momenten die Eigenfehler nicht abstellen konnte und zu viele Anläufe zum eigenen Punkt benötigte.

Im vierten Spiel des Tages schaffte der eigentlich schon als „Nichtaufsteiger“ feststehende TSV Ötisheim einen unerwarteten Sieg. Nach den eher schlechten Spielen im Vorfeld sah man den Damen aus Ötisheim den Willen an doch noch den Aufstieg zu sichern. Gegen den bayrischen Meister aus Tannheim ging es über die volle Spieldistanz von fünf Sätzen und mit purem Kampfeswille siegten die Damen aus Ötisheim mit 3:2. Leider sollte es am Ende trotzdem nicht zum Aufstieg reichen.

Im letzten Spiel des Tages gegen des SV Tannheim wollten die Damen aus Gärtringen mit einem Sieg den Platz verlassen. Und das zeigte man im ersten Satz deutliche, bei dem der Satzgewinn zu keiner Zeit in Frage gestellt werden musste (11:6). Nach einem sehr konzentrierten ersten Satz bei dem man dem Gegner zu keiner Zeit eine Chance ließ, verlor man im zweiten Satz nach dem ersten Satzball beim 10:9 völlig den Anschluss und musste den Satz am Ende mit 10:12 abgeben. Im dritten Satz zeigte man dann eine unterdurchschnittliche Leistung. Zu keiner Zeit kam man in den Satz zurück, der dann auch mit 4:11 klar an den bayrischen Meister ging. Im Anschluss stellten man für den vierten Satz gezielt um: Danijela Vasic rückte zu Katharina Schippert in den Angriff und Sabrina Schmid sollte Yvonne Hornikel in der Abwehr unterstützen. Zunächst stellte sich aber kein Erfolg ein – im Gegenteil – schnell lag man 1:4 hinten. Dann eine Schrecksekunde – Jessica Schneider vertrat sich beim Zuspielen – der Satz wurde kurzzeitig unterbrochen und Angreiferin Nicky Heldmaier sollte im folgenden ihre Allrounder-Qualitäten unter Beweis stellen und rückte  ins Zuspiel. Zusätzlich angestachelt von einer unsportlichen Aktion des Gegners gegen die am Boden liegende Jessica Schneider schaffte man schnell den Ausgleich beim 5:5 und ließ dem Gegner dann keine Chance mehr (11:8). Der fünfte Satz sollte die Entscheidung bringen - und die Damen aus Gärtringen konnten den Schwung und Motivation aus Satz vier mitnehmen. Nach knapper zwei Punkte Führung zum 5:3 und 6:4 aus Gärtringer Sicht konnte man davon ziehen und gewann verdient 11:6. Gegen Tannheim zeigte man somit noch einmal zu welcher spielerischen Leistung die Mannschaft imstande ist – und zeigte gegen den ehemaligen und neuen Bundesligakonkurrenten das beste Spiel des Tages.

Es zeigte sich wieder einmal wie wichtig die Abstimmung innerhalb der Mannschaft ist – in den ersten beiden Spielen war man demnach noch auf der Suche nach der passenden Abstimmung – die man pünktlich zum Sieg gegen Tannheim gefunden hatte und somit im letzten Spiel des Tages den Zuschauern noch einmal ein spannendes Spiel mit sehr schönen Abwehraktionen und spektakulären Punkten im Angriff bieten konnte.

Mit dem Ersten der Aufstiegsspiele – SV Wacker Burghausen und dem Dritten SV Tannheim steigt der TSV Gärtringen nach 3 Jahren Abstinenz auch im Feld wieder in die 2. Bundesliga auf.

Nach nun erfolgreich abgeschlossener Feldsaison geht der Blick aber schon wieder in Richtung Halle und die Vorbereitung auf die Saison in der 1. Bundesliga – diese wird für die Frauen eine ganz neue Herausforderung darstellen. Nachdem die Damen des TSV Gärtringen die 2. Bundesliga in den vergangenen Jahren mitbestimmen konnten und doch etwas vom Siegen verwöhnt sind, wird in der 1. Liga ein anderer Wind wehen, weiß die dann im Winter wieder voll in den Ligabetrieb eingreifende Chrissi Oberkersch.

Es spielten: Jessica Schneider, Katharina Schippert, Nicole Heldmaier, Yvonne Hornikel, Danijela Vasic und Sabrina Schmid

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Ingo Stöldt.

Die Abschlusstabelle:

Platz Mannschaft Spiele Sätze Punkte
1. SV Wacker Burghausen (3. Bayern) 3 8:6 4:2
2. TSV Gärtringen (1. Schwaben) 3 7:6 4:2
3. SV Tannheim (1. Bayern) 3 7:6 2:4
4. TSV Ötisheim (2. Schwaben) 3 4:8 2:4


Die Ergebnisse im Einzelnen:

1.  SV Tannheim (1. Bayern)  -  SV Wacker Burghausen (3. Bayern)   2 : 3 ( 11 : 9   9 : 11   12 : 14   11 : 4   4 : 11   )
2.  TSV Gärtringen (1. Schwaben)  -  TSV Ötisheim (2. Schwaben)   3 : 1 ( 9 : 11   11 : 7   11 : 7   11 : 9   )
3.  SV Tannheim (1. Bayern)  -  TSV Ötisheim (2. Schwaben)   3 : 0 ( 12 : 10   11 : 4   11 : 7   )
4.  SV Wacker Burghausen (3. Bayern)  -  TSV Gärtringen (1. Schwaben)   3 : 1 ( 11 : 8   9 : 11   11 : 9   11 : 7   )
5.  SV Wacker Burghausen (3. Bayern)  -  TSV Ötisheim (2. Schwaben)   2 : 3 ( 11 : 9   7 : 11   15 : 14   6 : 11   7 : 11   )
6.  SV Tannheim (1. Bayern)  -  TSV Gärtringen (1. Schwaben)   2 : 3 ( 6 : 11   12 : 10   11 : 4   8 : 11   6 : 11   )